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		<title>zu Hause.</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 15:57:46 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich war zu Hause. Und ich bin zu Hause. Ende Mai wurde ich auf eine Konferenz in Zürich eingeladen. Und bevor ich von dort aus weiter nach Haiti musste, hab ich in Ettenheimmünster Halt gemacht. Zu Hause. Bei meinem Eltern, mit meiner Schwester. Wo ich aufgewachsen bin, wo 19 Jahre lang mein zu Hause war. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=119&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://dortje.files.wordpress.com/2010/07/img_2060.jpg"><img class="size-medium wp-image-121 alignleft" style="border:2px;margin:2px;" title="El Rey de Cocibolca bei der Überfahrt zur Insel Ometepe" src="http://dortje.files.wordpress.com/2010/07/img_2060.jpg?w=240&#038;h=179" alt="" width="240" height="179" /></a></p>
<p><a href="http://dortje.files.wordpress.com/2010/07/img_2060.jpg"></a>Ich war zu Hause. Und ich bin zu Hause. Ende Mai wurde ich auf eine Konferenz in Zürich eingeladen. Und bevor ich von dort aus weiter nach Haiti musste, hab ich in Ettenheimmünster Halt gemacht. Zu Hause. Bei meinem Eltern, mit meiner Schwester. Wo ich aufgewachsen bin, wo 19 Jahre lang mein zu Hause war. Und es irgendwie immer noch ist. Viel zu kurz aber dafür intensiv habe ich meine Heimat genossen. Das Beste ist ja, dass &#8222;Heimat&#8220; als Wort fabelhaft zu einem sommerlichen Schwarzwalddorf passt. Meine wunderbaren Freunde mögen mir verzeihen, dass ich ihnen diesen Kurzbesuch bisher verschwiegen habe. Denn als ich gerade richtig angekommen war, sass ich auch schon wieder im nächsten Flugzeug  (so dass ich mich -mit Wehmut und schlechtem Gewissen- auf exklusiven Familienurlaub beschränkt habe). Zwei Wochen später kam ich aus Haiti zurück und wieder zu Hause an. In Nicaragua. Meinem zweiten zu Hause. Dort warteten Mann, Haus und Hund, Garten und Auto, mein Patenkind, Job und Freunde auf mich. Ganz klar: mein zu Hause. Wenn ich drüber nachdenke, sicherlich nicht meine Heimat. Das wird immer die Schwarzwaldidylle sein. Aber doch mein Heim. Als ich wenige Tage später mein Geburtstagspäckchen auspackte, haben mich meine besten Freundinnen daran erinnert, dass ich bald &#8222;nach Hause&#8220; kommen muss, weil man mich dort erwartet: 111 Orte, die man in Köln kennen muss, die Köllner U-Bahn-Stationen-Tapete, das Köln-Frühstücksbrettchen und der Dom-Schwamm sollten mein Heimweh wecken. Und sie haben es getan! Denn als wäre es nicht genug, zwischen Nicaragua und Schwarzwald hin und her zu hüpfen, ist da ja auch noch meine rheinische Grossstadt, vor allem aber Köln-Ehrenfeld. Wo ich immer noch als &#8222;Frau Nachbarin&#8220; angesprochen werde -von einer der besten Kölnerinnen (zugezogen), die es gibt. Wo drei fleissige Heimweh-Produzentinnen den Wohnungsmarkt und die Jobangebote für mich beobachten. Und ein viertes Bier beim Grillen kaltgestellt wird.</p>
<p>So kommen sie zusammen, das Heimweh, das Fernweh, die Heimat und das zu Hause. Ich reihe sie hintereinander auf, lebe im einen und freue mich auf das Andere. Und an meiner Wohnzimmerwand hängen der Fernsehturm und der Bahnhof Ehrenfeld, neben den Schiffsbilder von Ronalds Sohn (Dauermotiv ist die Fähre, die den Nicaraguasee überquert), und gegenüber an der Wand zwei Mohnblüten aus dem Garten in Ettenheimmünster.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/dortje.wordpress.com/119/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/dortje.wordpress.com/119/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/dortje.wordpress.com/119/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/dortje.wordpress.com/119/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/dortje.wordpress.com/119/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/dortje.wordpress.com/119/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/dortje.wordpress.com/119/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/dortje.wordpress.com/119/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/dortje.wordpress.com/119/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/dortje.wordpress.com/119/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/dortje.wordpress.com/119/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/dortje.wordpress.com/119/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/dortje.wordpress.com/119/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/dortje.wordpress.com/119/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=119&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>TABARRE, HAITI</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 16:57:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dortje</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit langem hat der Moment gefehlt, um zu beschreiben, was ich sehe und erlebe. Zum dritten Mal bin ich nun in Haiti seit dem goudou goudou, dem großen Erdbeben am 12. Januar diesen Jahres. Es ist Samstag Nachmittag und wunderbar still. Saxophon-Musik klingt ins Zimmer hinein, mit einem kühlen Sommerwind. Es ist ein Augenblick, der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=105&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit langem hat der Moment gefehlt, um zu beschreiben, was ich sehe und erlebe. Zum dritten Mal bin ich nun in Haiti seit dem goudou goudou, dem großen Erdbeben am 12. Januar diesen Jahres. Es ist Samstag Nachmittag und wunderbar still. Saxophon-Musik klingt ins Zimmer hinein, mit einem kühlen Sommerwind. Es ist ein Augenblick, der Nachdenken und in Worte fassen zulässt.<br />
Ich habe viel gelernt in den vergangenen Wochen. Gelernt wie es ist in einem Team zu arbeiten mit absolut unterschiedlichen Denkweisen, mit gegensätzlichen Vorstellungen und doch dem selben Ziel. Das Programm ist wunderbar, und der Name „Zanj Limyè –Engel des Lichts“ klingt kitschig und etwas pathetisch, bis man es gesehen hat: das Leuchten in den Augen von Kindern, inmitten von Chaos, Zerstörung und Verlorensein. Bis man Claudia und Lucardo hört, zwei junge Erwachsene, die im Heim aufgewachsen sind, im Erdbeben -wie so viele- alles verloren haben und sagen, dass es die Arbeit mit den Kindern ist, die sie am Leben erhält und die trüben Gedanken verscheucht. Sicher, es gibt all die kleinen Dinge, die nicht ideal sind. Aber mit welcher Willenskraft, Energie und ohne eine Sekunde ans Aufgeben zu denken mittlerweile über 100 Jugendliche und junge Erwachsene Tag für Tag in Hitze und Staub Freude schaffen und Kindern erlauben, Kinder zu sein: davon lerne ich fürs Leben.<br />
Beim ersten Besuch wusste ich, ich muss zurück kommen um zu begreifen, was passiert. Es war eine Woche, die an mir vorbeiflog. Inmitten von medizinischen Freiwilligen aus aller Welt, ein Babylon aus Sprachen, Kulturen und Ansichten. Auf den Gängen, auf dem Dach, im Garten –zu jeder Tages- und Nacht-Zeit Wache und Schlafende.</p>
<p>Beim zweiten Mal hatte ich mir mehr Zeit genommen und war für drei Wochen hier. Es wurden lange Wochen, und am Ende war ich in einem Kreislauf aus Müdigkeit und Frustration gefangen. Wenig war so wie ich es gemacht hätte. Oft war ich abends in einem der Zimmer im Krankenhaus mit über 10 Kindern, die allesamt von ihren Eltern zurückgelassen worden waren. Sie auf dem Arm zu halten, zu singen und spielen und ein klitzekleines Lächeln geschenkt zu bekommen, war das, was dann die Leere gefüllt hat.</p>
<p>Die Rückkehr nach Nicaragua war ein tiefes Einatmen und zur Ruhe kommen. Vier Wochen war ich in meinem kleinen Paradies. Habe im Garten gearbeitet, ein kleines Planschbecken für die heißen Tage gekauft, Freunde besucht und die Ruhe und Gelassenheit geliebt. Im Büro gesessen, gearbeitet und Haiti ein bisschen abgeschüttelt. Haiti hat tiefe Wunden. Diese Wunden jeden Tag zu sehen, zu spüren und nicht zu wissen, wann und ob sie heilen werden, hat in meiner Wahrnehmung Nicaragua zu einem kraftstrotzenden und gesunden Land werden lassen. Über Ostern waren wir auf Ometepe und am Meer gefahren. Sind mit dem Kanu einen kleinen Fluss auf der Insel entlang gepaddelt und haben Kaimane und Vögel bewundert. Sind am Strand gelegen und haben dem Klang der Wellen gelauscht. Ruhe. Frieden. Nach all der heissen und staubigen Luft Haitis tief durchatmen zu können.</p>
<p>Am Anfang dieser Woche bin ich wieder nach Haiti zurück gekommen. Und ich war bereit dazu. Ich bin bereit, die Schönheit neben all dem Elend wieder zu sehen. Bereit wieder neue Menschen kennenzulernen. Das zähe Nicht-Aufgeben der Haitianer zu spüren und zu bewundern. Und vor allem auch bereit zu erkennen, dass es sehr verschiedene Wege gibt, um ein Ziel zu erreichen.<br />
Dienstag früh bin ich in Port-au-Prince gelandet. Der Flughafen funktioniert wieder, wenn auch tiefe Risse und Furchen durch die Wände gehen. Western Union hat eine Gruppe aus Musikern engagiert, die zur Begrüssung aller Fluggästen von American Airlines spielen. Gedanken schießen durch den Kopf: Paradox. Ironie. Absurd. Das Orchester auf der Titanik spielt, während das Boot untergeht. Wie all dem Elend, all der Zerstörung zum Trotz. Entgegen dem, was jeder von Haiti in diesen Tagen erwartet. Und am Ende kämpft sich eine Mischung aus Glücklich sein und Schmunzeln durch, über die wunderbaren, melancholischen aber warmen Klänge und darüber, am Flughafen in Port-au-Prince von Western Union begrüßt zu werden wie in einem High Class Beach Resort Hotel. Und sie zaubert ein Lächeln auf die ersten „Wir fliegen nach HAITI –Gesichter“ der Passagiere.<br />
Vergangene Woche hat die Schule offiziell wieder angefangen. Von den ca. 1.500 Kindern im Zanj Limyè Programm fehlt leider fast keines. Wo keine Schule mehr ist, wo Schulen zu Notunterkünften geworden sind, wo Lehrer verletzt, verschüttet, aufs Land geflüchtet sind, hat es nicht viel Bedeutung, ob das Bildungsministerium offiziell erklärt, der Schulunterricht habe wieder begonnen.<br />
Ab und zu bringen Hitze und Staub diesen einen, verbotenen Gedanken auf: wenn es doch nur mal regnen würde. Und im selben Moment schlägt man sich in Gedanken die Hand vor dem Mund und versucht das Gedachte zurück zu nehmen. Regen bedeutet provisorische Unterschlüpfe aus Laken und Plastikplanen, die im Schlamm versinken. Regen bedeutet, dass Flussbetten sich mit Wasser füllen. Flussbetten, in denen tausende Menschen in Zeltstädten überleben. Regen bedeutet, dass kleine Hütten aus Stecken und Pappe die Hänge herunterrutschen, dass sich Krankheiten und Seuchen ausbreiten. Regen bedeutet, dass viele von denen, die das Erdbeben überlebt haben, nun vor einer neuen Gefahr stehen.<br />
Am Mittwoch war die Beerdigung einer unserer Köchinnen. Sie war 28. Auch sie ist im Kinderheim aufgewachsen und ich wusste nicht viel von der kleinen, schüchternen und stillen jungen Frau. Vor zwei Wochen ist sie Samstags ins Krankenhaus gekommen. Am Vortag war sie noch da, und hat gearbeitet. Sonntag war sie tot. Zu Sterben nachdem man das Erdbeben überlebt hat, scheint besonders ungerecht. Auf dem Sarg stand ein wunderschönes Bild von ihr, in Hochzeitskleid mit einem so frohen Lachen. Sie war nicht nur die stille kleine Köchin. Sie war eine glückliche junge Ehefrau, mit zwei Brüdern und ihrer eigenen kleinen Familie. Der Tod lässt keine Ruhe, natürlich nicht. Und doch hatte ich aus irgendeinem Grund nach dem Erdbeben eine Schonzeit erwartet. Ein komischer Gedanke.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/dortje.wordpress.com/105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/dortje.wordpress.com/105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/dortje.wordpress.com/105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/dortje.wordpress.com/105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/dortje.wordpress.com/105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/dortje.wordpress.com/105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/dortje.wordpress.com/105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/dortje.wordpress.com/105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/dortje.wordpress.com/105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/dortje.wordpress.com/105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/dortje.wordpress.com/105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/dortje.wordpress.com/105/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/dortje.wordpress.com/105/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/dortje.wordpress.com/105/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=105&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Haiti</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 17:07:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein neues Jahr. Begrüsst habe ich es in Köln. Im Schnee, Wunderkerzenglitzerregen in der Hand, Feuerwerk bestaunen, zitternd auf dem Balkon stehen. Eine Woche später zurück in der tropischen Hitze. Zurück im Büro, langsam und träge hat das Jahr wieder begonnen. Und dann rüttelt das Erdbeben in Haiti alle aus dem Schlaf. Tagelanges Bangen um [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=100&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues Jahr. Begrüsst habe ich es in Köln. Im Schnee, Wunderkerzenglitzerregen in der Hand, Feuerwerk bestaunen, zitternd auf dem Balkon stehen. Eine Woche später zurück in der tropischen Hitze. Zurück im Büro, langsam und träge hat das Jahr wieder begonnen. Und dann rüttelt das Erdbeben in Haiti alle aus dem Schlaf. Tagelanges Bangen um verschüttete Freiwillige, dann die Gewissheit, dass Molly mit dem wunderschönen roten Haar und ihrer bezaubernden Leichtigkeit, die so Haiti-untypisch war, nicht mehr lebend geborgen werden konnte. Unstetes Warten, die permanent präsente Frage: Was kann ich tun? Unerträgliches Nichtstunkönnen. Bis diesen Montag beinahe erlösend der Anruf kommt: wir brauchen dich, so schnell wie möglich. </p>
<p>Morgen mittag steige ich ins Flugzeug, hin und hergerissen aus Erleichterung, endlich etwas tun zu können, und Nervosität, ob ich dem was mich erwartet gewachsen sein werde. Froh zu wissen, dass sehr gute Freundinnen auch dort sein werden, um sich in schweren Momenten gegenseitig stützen zu können. Von Managua über San José geht´s zunächst bis Santo Domingo, Dominikanische Republik. Dann weiter mit dem Axel Springer Helikopter (ein Spende der Bildzeitung) nach Port-au-Prince. Im Rucksack Not-Nahrungsmittel, Taschenlampe, Baumwollschlafsack und Fragen, Sorgen sowie den eisernen Willen, alles zu tun was in meiner Macht steht, und mitanzupacken, um den Alptraum zumindest für einige Kinder zu beenden. Meine Aufgabe soll sein, ein breitflächig angelegtes Programm zu leiten, das verlassenen Kindern Essen, Wasser, Kleidung und medizinische Nothilfe anbietet. Ihnen einen sicheren Platz bietet, um den Tag dort zu verbringen. Und hilft, Familien wiederzufinden, die Waisen in Heimen unterzubringen, und bei denjenigen, die schon in Adoptivverfahren steckten, wieder den Kontakt mit den Adoptivvermittlern herzustellen.</p>
<p>Neues aus Haiti auch auf www.nph.org.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/dortje.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/dortje.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/dortje.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/dortje.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/dortje.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/dortje.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/dortje.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/dortje.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/dortje.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/dortje.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/dortje.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/dortje.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/dortje.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/dortje.wordpress.com/100/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=100&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Haiti, Mexico, Nicaragua -von Totensonntag bis zur Empfängnis der Jungfrau Maria</title>
		<link>http://dortje.wordpress.com/2009/12/10/haiti-mexico-nicaragua-von-totensonntag-bis-zur-empfangnis-der-jungfrau-maria/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 00:54:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dortje</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und schon wieder sind beinahe zwei Monate vorbeigerast, seit dem Umzug, dem Strand in Majagual, der Guatemala-Reise. In diesen zwei Monaten war ich in Haiti, Mexico und augenblicklich in Honduras. Unser Haus ist grün geworden. Der Hund größer. Und Weihnachten in Deutschland schon zu Greifen nahe! Haiti: war einmal mehr ein herzliches Wiedersehen mit wunderbaren [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=99&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und schon wieder sind beinahe zwei Monate vorbeigerast, seit dem Umzug, dem Strand in Majagual, der Guatemala-Reise. In diesen zwei Monaten war ich in Haiti, Mexico und augenblicklich in Honduras. Unser Haus ist grün geworden. Der Hund größer. Und Weihnachten in Deutschland schon zu Greifen nahe!<br />
Haiti: war einmal mehr ein herzliches Wiedersehen mit wunderbaren Menschen und das schmerzliche Wiedersehen mit dem allgegenwärtigen Tod. Ein Jahr zuvor hatte ich den Totensonntag in Mexico verbracht. Mit bunten Totenköpfen aus Zuckerguss, Blumen-Altären, ein Fest der Freude über den Glauben an das ewige Leben –auch nach dem Tod. Dieses Jahr begann der Totensonntag mit der Segnung der Gräber, die das Kinderkrankenhaus unserer Organisation auf einem städtischen Friedhof anmietet. Der Friedhof liegt am Rande des für extreme Armut und Gewalt bekannten Slums Cité Solei, woher viele der Patienten des Krankenhauses kommen. Er ist eine Mischung aus Katakomben, Familiengräbern. Bunt bemalter oder roher Beton. Im Zentrum ein großes schwarzes Kreuz, für “Baron Samedi“, den stärksten aller Vodoo-Geister.  Rum, Kaffee und Brot werden als Opfergaben dargebracht, Kerzen auf dem Kreuz entzündet. Der Totensonntag ist Baron Samedi gewidment. Wird die Miete nicht bezahlt, werden die Gräber nach wenigen Monaten wieder geleert. Die Überreste werden an der Friedhofsmauer aufgeschichtet und angezündet. Man stolpert wortwörtlich über Knochen und  Schädel. Offene Grabnischen –noch nicht oder nur unvollständig geleert überall.  Einige Haitianer haben ein bisschen Opfer-Rum selbst getrunken und schauen sich belustigt unsere Gruppe an. Sie bringen Schädel, um zu testen, wie das ungläubigen Ausländern wie mir gefällt.<br />
Danach zur Leichenhalle des staatlichen Krankenhauses. Dort das bereits bekannte und doch aufs neue schockierende Bild der Leichenberge, übereinander geworfen, nur noch totes Fleisch, der Verwesung ausgesetzt. Die Totensegnung als ein Aufschrei dagegen, als ein deutliches „ihr seid Menschen, ihr habt Würde verdient, über den Tod hinaus. Als Christen für euch zu beten, bedeutet, euch eure Menschlichkeit wiederzugeben.“<br />
Die Totenmesse am Nachmittag gab das Gleichgewicht zurück, den inneren Frieden. Außerhalb der Stadt, in den Hügeln, mit Blick aufs Meer liegt der organisationseigene Friedhof. Jede Woche werden anonyme verstorbene aus der Leichenhalle dort begraben, unzählige weiße Holzkreuze  stehen für tausende Menschen. Gemeinsam mit den „Missionarinnen der Nächstenliebe“, Mutter Theresas Orden, feierten wir die Messe und schmückten die Gräber mit Blumen. Behutsam festgesteckte Blüten an einem kleinen, weißen Holzkreuz, auf einer grünen Wiese mit dem Meer in Sicht –nach einem Leben in Cité Soleil, einem Tod im städtischen Krankenhaus und nach der Leichenhalle ein kleines bisschen Würde, Achtung und Mensch sein.<br />
Mexico: das Wiedersehen mit einer wunderbaren Arbeitskollegin und Freundin in Mexico, die Hochzeit einer weiteren Arbeitskollegin (der Pfarrer in Jeans und Wanderstiefeln unter der Albe. Eine weitere Woche, die im Flug vorbeizog.<br />
Und nun Honduras, kurz und knapp.<br />
Zu Hause, in San Jorge hat das neue Haus einen grasgrünen Anstrich bekommen –die Farbwahl für Hauswände unterliegt hier definitiv anderen ästhetischen Gesichtspunkten als im cremefarbenen Deutschland. Eine überdachte Terrasse mit Hängematte und Grill haben unsere Lebensqualität im höchsten Maße gesteigert und die Wochenende gemütlicher gemacht! Und: ich versuche mich an Topfpflanzen, Ronald am Rasen pflanzen (ja, der wird hier nicht gesäht, sondern mit Ablegern gepflanzt). Nicaraguanische Spießigkeit ist wohl die beste Medizin gegen atemlose Hin-und Her-Reiserei, Haitianische Friedhöfe und die honduranische und mexikanische Nachtkühle. Ja und dann, die bunt blinkenden Lichterketten kündigen es schon an: ist Weihnachten nicht mehr weit. Und damit der lang ersehnte, das Herz zu Luftsprüngen verleitende Heimflug nach Deutschland!</p>
<p>Die letzte Woche war Marias Woche –zumindest in Nicaragua: die unbefleckte Empfängnis der Purísima, der Reinen, der Jungfrau Maria Mutter Gottes ist DAS Ereignis des Kirchenjahres. Die gesamte Woche vor dem 8.12. finden im ganzen Land Prozessionen und Gottesdienste statt. In San Jorge wurde jeden Abend ein kunstvoll geschmückter Wagen mit der Marienstatue durchs Dorf gefahren, es wurde gesungen, die Blaskapelle spielte, Böller und Feuerwerk wurde geschossen. Auf dem Platz vor der Dorfkirche versammelten sich jeden Abend hunderte von Menschen, um die Wägen kritisch zu beäugen oder zu bewundern. Kurz vor dem Einmarsch in die Kirche sprangen junge Männer mit „Stierköpfen“ aus Latten, mit Feuerwerkskörper bestückt, durch die Menge.<br />
Wer es sich leisten kann, hat im eigenen Haus einen Altar aufgebaut und lädt Nachbarn und Freunde ein, die Jungfrau zu besingen. Als Dank gibt es kleine Geschenke, Zuckerrohr, Orangen und Bananen, Chicha (ein Maisgetränk) und Süssigkeiten. Die eigentliche Gritería (gritar= schreien, laut rufen) ist aber am 7.12 abends: alle ziehen von Haus zu Haus, jeder auffindbare Marienaltar wird gesungen und bejubelt und mit Böllern „beknallt“. Kinder nehmen direkt Säcke mit, um all die Früchte und Süßigkeiten, Spielsachen und anderen Geschenke einzusammeln. Leider habe ich den 7. Im Bus nach Honduras verbracht. Der mehrere Stunden Verspätung hatte, weil er an der Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua festsaß. Der Grund: endlose Schlangen an den Ein-und Ausreiseschaltern mit tausenden nicaraguanischen Gastarbeitern, die noch auf die letzte Minute versuchten zur Gritería nach Hause zu kommen. </p>
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		<title>Veränderungen</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 17:08:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dortje</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicht kategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Veränderungen. So ist das Leben in Nicaragua. Da redet man wochenlang über etwas und nichts passiert. Und dann, von heute auf morgen, wird gehandelt. Ich bin umgezogen. Nicht von heute auf morgen, aber innerhalb von zwei Wochen. Und lebe seit gestern mit Sack und Pack in einem kleinen, rosa Haus in einem Zwischenstadium von Rohbau [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=98&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Veränderungen. </p>
<p>So ist das Leben in Nicaragua. Da redet man wochenlang über etwas und nichts passiert. Und dann, von heute auf morgen, wird gehandelt. Ich bin umgezogen. Nicht von heute auf morgen, aber innerhalb von zwei Wochen. Und lebe seit gestern mit Sack und Pack in einem kleinen, rosa Haus in einem Zwischenstadium von Rohbau und bezugsfertig. Ja, die Wände sind erst grundiert und noch nicht gestrichen. Ja, im Schlafzimmer und in der Küche sind zwar Gitter vor den Fenstern, die Fenster an sich fehlen aber noch. Ja, die Küche wird erst in dieser Woche gefließt und im Badezimmer fehlen auch noch ein paar Fließen an den Wänden. Ja, das Bad im Gästezimmer ist noch im Rohbau. Aber es ist ein eigenes kleines Haus, ich kann kochen und essen auf was ich Lust habe, mir zum Frühstück meinen Espresso kochen, die Mittagspause zu Hause verbringen (5 min Fussweg vom Büro). Heute abend gibt´s Langusten-Schmaus mit Freunden und am Samstag die Einweihungs-Grillparty. Wunderbar.<br />
Andere Neuigkeiten der vergangenen Woche(n): wir waren am Sonntag im Zirkus. Auch wenn es hier am frühen Abend unterm Zirkuszelt beinahe unerträglich heiß ist, waren wir begeistert. Die Kinder haben Luftballons und Pommes erbettelt und bekommen, wir haben Tiger, Elefanten, Zebras und Zwergponys, Dromedare und Trapezkünstler mit offenem Mund bestaunt. Zuckerwatte in quietschrosa. Ein Traum.</p>
<p>Veränderungen Teil 2</p>
<p>Der Zirkus ist nun seit Wochen schon weiter in den Süden gezogen. Die Langusten verspeist. Fenster in meinem Haus eingebaut und die Küche gefliest. Und ich ziehe ebenfalls weiter. Allerdings nur quer über die Strasse, ein paar Häuser weiter. Denn da ist´s schöner und günstiger. Und sonst? Haben wir einen Hundewelpen seit eineinhalb Wochen. Mit allen Freuden und Leiden. Noch ist sie klein und erfüllt das Kindchenschema. Wie sie als große Hündin wird, wird sich zeigen. Ich war in Guatemala diesen Monat, nach langer Zeit mal wieder. Wir sind dieses Mal mit dem Auto gefahren, mit Arbeitskollegen aus dem Kinderheim in Nicaragua im Minibus. Was auf der Karte gar nicht so lange aussieht, dauert 16 Stunden. Auf dem Hinweg saßen wir leider einige Stunden vor der geschlossenen Grenze zu Honduras, denn Botschaftsexil/Weggeputscht-Präsident Zelaya hatte sich gerade erst ins Land geschmuggelt und die Straßenschlachten in Tegucigalpa wurden immer wilder. Nach 4 Stunden dann Weiterfahrt. Leider alle zwei Kilometer Polizeikontrolle. Ausweise raussuchen, einstecken, raussuchen, einstecken. Mit der Zeit hatten wir eine Routine entwickelt.<br />
Guatemala: abgesehen vom Kinderheim einmal mehr Antigua und der Atlitlán-See. Beides wie beim letzen Mal etwas regnerisch aber malerisch-schön.  Leider aber nur kurz, denn Mittwoch sind wir angekommen, Montag Nacht wieder losgefahren. Auf dem Rückweg kurzer Adrenalinstoss in Guatemala City, nachts um halb vier. Verfahren in der Stadt, auf einmal in runtergekommenem Viertel mit menschenleeren Straßen, im Hinterkopf die stetigen Warnungen: passt bloß auf nicht in die „Zone 1“ zu kommen, das ist Gang-Gebiet. Dazu all die Zeitungsartikel über Mara-Morde (die Maras sind die Straßengangs in El Salvador, Guatemala und Honduras)&#8230; Panisches NEIN, als der Fahrer in eine Sackgasse abbiegen wollte. Und erleichtertes Aufatmen, als wir endlich wieder auf einer breiten, beleuchteten Hauptstrasse landeten. Zwar sollte es noch länger dauern, bis wir wieder auf dem rechten Pfad zur Grenze nach El Salvador landeten. Aber wir haben uns fortan strickt geweigert, von den breiten Boulevards abzubiegen.<br />
Zurück an der Grenze nach Nicaragua: das, was ich als pestilenz-artigen Gestank bezeichnen würde: die Ladung eines Fischlasters war an der für Tage gesperrten Grenze verdorben. Der Laster und Ladung zwar nicht mehr zu sehen, aber offensichtlich hatte man noch auf dem Grenzgebiet den Laster ausgewaschen. Atemberaubend. </p>
<p>Letzte Woche hatte ich gemeinsam mit einer Kollegin aus dem deutschen Spendenbüro einen Workshop organisiert, zu dem aus allen Heimen  die „lokalen Fundraiser und Public Relations-Leute angereist kamen“, also diejenigen, die im Land des Kinderheimes selbst versuchen, an Spenden zu kommen. Auch wenn ich Freitag Nachmittag völlig übernächtigt einen langen Mittagschlaf zur Erholung brauchte, war es eine schöne Woche, mit einer unglaublich motivierten, engangierten, interessierten und amüsanten Truppe. Eine Freundin und Arbeitskollegin aus Mexiko blieb noch bis Sonntag und wir waren Samstag das erste Mal seit vielen Jahren wieder am Strand Majagual, einer wunderschönen Bucht mit weissem Sandstrand, ein bisschen Nördlich von San Juan del Sur. Leider war der Weg dorthin komplett verbaut mit Wochenend/Ferienvillen, aber da es verboten ist, direkt am Strand zu bauen, haben wir einfach auf´s Meer geschaut und dann war es so schön wie damals.<br />
Kommenden Montag steige ich wieder in den Flieger nach Haiti, danach nach Mexiko. Perú oder Honduras stehen für dieses Jahr auch noch an. Und dann ins eiskalte Deutschland. Höre ab und zu „in deinem Land schneit es“, und kann es mir so gar nicht vorstellen!</p>
<p>Schwitzige Grüße aus dem schwül-warmen Regenzeit-Nicaragua mit abendlichem Regentrommeln auf dem Wellblechdach! </p>
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		<title>Dorfleben und Großstadt-Shopping Malls</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 00:49:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dortje</dc:creator>
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		<description><![CDATA[August 2009. Beinahe vier Monate lebe ich nun in Nicaragua, ein Drittel Jahr. Gestern waren wir gemeinsam mit der Familie von zwei Arbeitskollegen im neusten der Shopping-Zentren Managuas, im Kino.  Ein Teil Nicaraguas, der so dem Rest des Landes nur so wenig gleicht. Es trägt nicht nur den selben Namen wie dasjenige, in dem ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=95&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>August 2009. Beinahe vier Monate lebe ich nun in Nicaragua, ein Drittel Jahr. Gestern waren wir gemeinsam mit der Familie von zwei Arbeitskollegen im neusten der Shopping-Zentren Managuas, im Kino.  Ein Teil Nicaraguas, der so dem Rest des Landes nur so wenig gleicht. Es trägt nicht nur den selben Namen wie dasjenige, in dem ich noch vor einer Woche in Mexiko war, sondern gleicht ihm auch sonst sehr. Internationale Marken, zu „internationalen“ Preisen.  Riesige Kinosäle, mit der neusten 3-D Technik, Popcorn, Schokolade und Softdrinks, Aircondition inklusive. Meine persönliche Erklärung dafür, dass die Kinosäle nicht mehr ganz so frostig sind wie noch vor 5 Jahren: die Wirtschaftskrise zwingt selbst in der Welt der Reichen und Schönen zum Stromsparen. Auch in Mexiko werden nach 8 Uhr abends die Rolltreppen ausgeschaltet. Heute hatte ich das Vergnügen einen 8jährigen beim zweiten Frühstück um halb elf zu bestaunen: ein halbes Hähnchen und Pommes. Ertränkt in Ketchup, selbstverständlich. Es stand völlig außer Frage, dass Willy 4 Stunden später zwei riesige Eiskugeln in dem selben kleinen Magen unterbringen konnte. Entweder hat er einen Bandwurm, Parasiten oder einfach nur eine unglaubliche Verbrennung! Es war ein fauler Sonntag, mit Mensch ärgere dich nicht-Spiel, Vorlesen und Spiderman gucken. Morgen geht die Woche wieder los, und da nutze ich den ruhigen Abend, um diesen Blog endlich einmal wieder auf Vordermann zu bringen.<br />
Wie erwähnt, bin ich vor einer Woche aus Mexiko zurückgekommen, wo ich einer Woche auf eine Konferenz war und daneben die Zeit genutzt habe, meine Arbeitskollegin und Freundin aus Mexiko, Daniela, zu besuchen. Wir haben köstliche Tacos in einem  „Restaurant“ mit drei Tischen in einer Garage gegessen und Sushi in oben genannten Shopping-Zentrum. Ebenfalls köstlich. Und beides ein Grund für mich, nun zwei bis drei Mal die Woche im Baseballstadion in Rivas nach Feierabend meine Runden zu drehen. Ich habe die Basilika in Mexiko City besucht und bin auf einem Rollband (bekannt aus Flughäfen) an dem Bildnis der Heiligen Jungfrau von Guadaloupe vorbeigeglitten. Der Grund für das Rollband im Boden vor ihrem Bildnis ist einfach: tausende Mexikaner wollen sie täglich sehen. Damit jeder kurz ihr Antlitz erhaschen kann und nicht zu lange vor ihr verharrt, schieben drei Rollbänder die Massen an ihr vorbei. Das war eine von zwei sehr bildhaften Demonstrationen, wie man pragmatisch in einer absolut überbevölkerten Stadt verhindert, dass Stehenbleiber und Gucker den Menschenfluss aufhalten. Beispiel Nr. 2 war der Besuch einer Dinosaurierausstellung am selben Tag. Im Zentrum von Mexiko City waren große Zelthallen aufgebaut, und alle eingeladen, umsonst einen Einblick in die Entwicklung des Lebens zu Prähistorischen Zeiten zu gewinnen. Von Dinosaurier-Skelettnachbildungen zu lebenden „Fossilien“, einem Emu und einem Krokodil, und zum Abschluss der Saal über Artenzertörung durch Umweltverschmutzung:  die Ausstellungsmacher  hatten sich Mühe gegeben eine massentaugliche Ausstellung aufzubauen. Um Staus zu verhindern, waren hier alle 5 Meter Menschen mit Megaphonen aufgebaut, die ohne Unterlass lautstark zum Weitergehen aufforderten. Besondere Durchsetzungsschwierigkeiten hatten sie im dritten Saal, wo nachgebaute Dinosaurier (den Modellen aus Jurassic-Park sehr ähnlich) die Köpfe hoben und senkten, die Augen rollten und ab und zu düster grollten.<br />
Da lobe ich mir doch mein Dorfleben hier in San Jorge. Jeder kennt jeden, die Weiße mit dem weißen Pick-Up bin ich. Es passiert nicht viel und bei einem Blick in die Zeitungen bin ich froh darum. Gestern haben es sich in Managua erneut jugendliche Frente-Sandinista-Anhänger zur Aufgabe gemacht, regierungskritische Demonstraten mit Steinhagel und Stockschlägen zu vertreiben. Die Polizei ist sehr zögerlich, einzugreifen. Auch als einer der Demonstrationsteilnehmer am Boden lag und eine Gruppe Sandinisten auf ihn einprügelte war die Ansage „nicht einmischen“.  Von Freunden aus Entwicklungshilfekreisen hört man immer öfter von direkten (verbalen) Angriffen gegen sie als „weiße Imperialisten“, die Forderung, internationalen Organisationen sollen das Geld geben und aufhören sich in Projektumsetzung einzumischen, gehört zu den Standard-Schallplatten Ortegas. Die Stimmung wird geschürt, das Feindbild ist klar. Neben imperialistischen Entwicklungshelfern sind es Mittel- und Oberschicht, die Bourgoisie. Mir fallen spontan zwei Menschen ein, die dieser bourgoisen Mittelschicht angehören: Grethel, über deren Auswanderungspläne ich in meinem letzten Eintrag berichtet habe, und ein anderer Nica in ihrem Alter, der mir meine Autoversicherung verkauft hat. Tagsüber arbeitet er in einer Bank und verkauft Versicherungen, nachts in seiner Bar, gemeinsam mit seiner Frau. Wo genau der Anlass liegt, diese beiden für ihre Stellen (die sie beide nach Jahren an einer Universität –mit Studiengebühren und ohne BAFöG) zu kritisieren, ist mir schleierhaft.<br />
Am 19. Juli, zum 30. Jahrestag der Revolution, waren wir –mal wieder- auf dem Weg ins Kino nach Managua. Die Panamerikana war gesäumt von Rot-Schwarzen Flaggen schwenkenden Menschen. Und immer wieder überholten wir Karavanen aus Bussen und LKWs, voll nicht nur bis unter´s Dach sondern auch voll auf dem Dach (ein Blick auf meine Fotos verrät genauer, wie das aussah), rot-schwarz auch hier die Fahnen, pink die T-Shirts. Erstaunt sah ich die Massen nach Managua reisen, um Ortega zuzujubeln. Ich habe einige Menschen seither gefragt, wie die ständig wachsende Kritik in der Bevölkerung an der Regierung damit zusammenpasse. Drei Gründe sind es wohl: 1. die Revolution ist die Revolution. Und nach wie vor sind viele Nicaraguaner Sandinisten (nur eben gegen die aktuelle Politik der sandinistischen Partei), und Sandino ist und bleibt ein Nationalheld (der leider von der aktuellen Regierung für Propaganda benutzt wird). Und deswegen lassen sie am Jahrestag der Revolution, auf die sie stolz sind, fünfe gerade sein und feiern, egal ob sie Ortegas Politik gut finden oder nicht. 2. Massenevents ziehen Massen an. Wenn alle gehen, dann gehe ich auch. Wohin genau, das spielt da keine zu große Rolle. Und gemeinsam mit tausend anderen Fahnen zu schwenken und Lieder zu singen und der Revolution zu gedenken, dazu viel Bier zu trinken und zu tanzen, ist immer besser, als nachher nicht dabei gewesen zu sein. 3. Habe ich leider viel zu oft den Kommentar: „die mussten doch hinfahren, um ihren Job nicht zu verlieren“ gehört. Die Partei kontrolliert sehr genau, wer Flaggen hisst und wer nicht. Wer sich öffentlich zum Sandinismus bekennt, wer am 19. Juli nach Managua fährt, und wer nicht. Und es ist die Partei, die Jobs in allen staatlichen Einrichtungen (inkl. Schulen) vergibt, die über die subventionierten Bohnen verfügt, über die Aufnahme in Sozialprogramme, über Stipendien fürs Berufsausbildungsinstitut&#8230;<br />
Wie gesagt, ich war am 19. Juli im Kino. Harry Potter. Und ich habe Ortegas Ankündigung, die Wiederwahl per Verfassungsänderung möglich zu machen, erst am nächsten Tag in der Zeitung gelesen. Sie hat mich nicht überrrascht –aber auch nicht dazu beigetragen, das ungute Gefühl zu vermindern, dass ein Interesse an nicaraguanischer Politik in diesen Wochen hervorruft.</p>
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		<title>Neues vom Alltag</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 23:36:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dortje</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicht kategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Santa Ana, El Salvador Vor der Zimmertüre Mädchengelächter, gerade ging die Musik noch einmal an. Das Geklapper von Flipflops hallt durch das große Treppenhaus und macht vor der dünnen Zimmerwand nicht Halt. Es ist Abend im Mädchenhaus des Kinderheims in El Salvador, ich sitze auf dem Bett im Gästezimmer und während sich über 200 Mädchen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=93&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Santa Ana, El Salvador</p>
<p>Vor der Zimmertüre Mädchengelächter, gerade ging die Musik noch einmal an. Das Geklapper von Flipflops hallt durch das große Treppenhaus und macht vor der dünnen Zimmerwand nicht Halt. Es ist Abend im Mädchenhaus des Kinderheims in El Salvador, ich sitze auf dem Bett im Gästezimmer und während sich über 200 Mädchen baden und in ihre Schlafanzüge schlüpfen, nutze ich diese Minuten dazu, endlich einmal wieder zu schreiben.<br />
Gestern Abend bin ich angekommen, wie immer herzlich empfangen und bestens versorgt worden. Auf dem Weg vom Flughafen ins Heim wider besseren Wissens Pupusas zum Abendessen gegessen, gefüllte Maistortillas.  Bisher keine Reaktion von meinem Magen darauf, ich hoffe, dass das so bleibt. Denn mit El Salvador hat er sich in der Vergangenheit ziemlich schwer getan. Was mich in die glückliche Situation gebracht hat, seit meinem letzen Besuch hier wieder in die davor zu enge Hose reinzupassen.<br />
Das Heim wird am Montag 10 Jahre alt. Und das wird mit Volleyball/Basketball/Fussball-Turnieren, Gottesdienst und Spielen sowie Festessen für alle gefeiert. Ich bin gespannt und habe mich für eines der Mitarbeiter-Teams (entweder Volley- oder Basketball) gemeldet. </p>
<p>In Nicaragua: Alltag. Und das auf keinen Fall negativ gemeint. Ich liebe Alltag, nach einem rastlosen Jahr. Morgens aufstehen, ins Büro fahren/laufen (ich MUSS ein Fahrrad kaufen, sobald ich aus El Salvador zurückkomme), abends nach Hause fahren/laufen und nach ein bisschen lesen oder Fernsehen ins Bett fallen. Ab und zu drehe ich mit meinem Liebsten noch eine Runde und trinke ein Gute Nacht Bier in einer kleinen Bar am Park, oder wir gehen Abendessen. Oft bei Doña Ivania, die eine köstliche Suppe kocht. Am Wochenende ein Ausflug ins Baseballstadion oder an den Strand (Samstags vormittags arbeite ich meistens noch), vor kurzem bin ich nach Managua gefahren um Freunde zu besuchen und um zu shoppen.<br />
Mein Alltag ist ruhig (abgesehen von Arbeitsreisen ein bis zwei mal im Monat), und ich schätze das Dorfleben. Auch wenn ich nach Managua fahren muss (2 Stunden Fahrt) um in einem mit Importprodukten ausgestatteten Supermarkt (Käse, Salami, Duschgel, Nutella, Pesto usw.) einkaufen zu können.<br />
Während dessen verkündet Präsident Ortega drastische Budgetkürzungen, denn ohne Gelder aus der Entwicklungshilfe (die er vor wenigen Monaten noch großspurig abgelehnt hat) und ohne Öl-Geld aus Venezuela wird´s knapp. Außerdem hat die EU noch einmal 60 Mio USD eingefroren, bis die Vorwürfe des Wahlbetrugs bei den vergangenen Kommunalwahlen geklärt sind. Die Essensausgabe an öffentlichen Schulen wurde bereits gestrichen.<br />
Eine Freundin von mir, Hochschulabsolventin mit guten Englischkenntnissen und Arbeitserfahrung, denkt übers Auswandern nach Spanien nach. Sie hat einen ehemals gut bezahlten Job in der Kundenbetreuung bei einer der beiden Mobiltelefongesellschaften im Land. 6 Tage die Woche, mindestens 50 Stunden, Ausstempeln bei jeden Gang auf die Toilette, geringes Basisgehalt und Erfolgsprämien. Sie hat selbst einmal gesagt, es sein von den Bedingungen gar nicht so anders als die Arbeit in den Freihandelszonen. Trotzdem einer der besser bezahlten Jobs. Mit zunehmender Wirtschaftskrise aber steigt der Druck, werden die Prämien gekürzt. Und Bedienung oder Haushaltshilfe, als illegale Einwanderin in Spanien, scheint die bessere Alternative. Und dann fragt sie mich um Rat. Diejenige, die vor zwei Monaten von Deutschland nach Nicaragua ausgewandert ist, einen gutbezahlten Job hat und es dort wunderschön findet.  </p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/dortje.wordpress.com/93/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/dortje.wordpress.com/93/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/dortje.wordpress.com/93/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/dortje.wordpress.com/93/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/dortje.wordpress.com/93/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/dortje.wordpress.com/93/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/dortje.wordpress.com/93/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/dortje.wordpress.com/93/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/dortje.wordpress.com/93/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/dortje.wordpress.com/93/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/dortje.wordpress.com/93/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/dortje.wordpress.com/93/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/dortje.wordpress.com/93/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/dortje.wordpress.com/93/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=93&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>mein neues Leben in Nicaragua, Teil 1</title>
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		<pubDate>Sat, 23 May 2009 15:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dortje</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicht kategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor etwas weniger als einem Monat bin ich mit Sack und Pack am Flughafen in Managua angekommen. Zeit für eine Zusammenfassung der vergangenen Wochen in Schnelldurchlauf:  1. Wohnort: ist nun doch nicht Managua, sondern der kleine Ort San Jorge, direkt am Ufer des Nicaragua-Sees. Hier legen die Fähren zur Insel Ometepe ab und an, und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=83&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor etwas weniger als einem Monat bin ich mit Sack und Pack am Flughafen in Managua angekommen. Zeit für eine Zusammenfassung der vergangenen Wochen in Schnelldurchlauf: </p>
<p>1. Wohnort: ist nun doch nicht Managua, sondern der kleine Ort San Jorge, direkt am Ufer des Nicaragua-Sees. Hier legen die Fähren zur Insel Ometepe ab und an, und hier sind die Büros meiner Organisation. Ich bin somit weiter weg vom Flughafen aber näher am Kinderdorf, dessen Direktoren und Verwaltungsangestellten. Und: ich kann um 17.30 Uhr auf die letzte Fähre springen, dem Vulkan Concepción bei Sonnenuntergang entgegenfahren und eine Stunden später zu seinen Füssen mit meiner Freundin Bernadette ein Feierabendbier geniessen. </p>
<p>San Jorge hat einige geteerte Strassen, viele je nach Jahreszeit staubtrockene oder schlammige Sträßchen, viele Hunde und Hühner. Ich wohne also wieder einmal auf dem Land. </p>
<p>2. Auto: Mein erster Kredit (abgesehen vom BAFöG), dank meinem neuen Arbeitgeber. Vergangenen Samstag habe ich mich mit den zwei Mechanikern der Organisation morgens um sechs auf den Weg nach Managua gemacht. Denn: der frühe Vogel fängt den Wurm. Nach herzhaftem Frühstück an der Strasse (ich habe auf das gegrillte Schweinefleisch verzichtet und mich mit Reis, Bohnen, Spiegelei, Käse und Kochbananenchips begnügt) haben wir uns dann daran gemacht, Gebrauchtwarenhändler abzuklappern. Auf dem Weg die beiden Tageszeitungen gekauft, um einen Blick in die Kleinanzeigen zu werfen. Und schon beim dritten wurden wir fündig: ein seriöses Autohaus mit Gebrauchtwagenabteilung, ein weißer, vier Jahre alter Chevrolet Pick-up mit Rücksitz, keinen offensichtlichen Schäden, für einen angemessenen Preis. In bar bezahlt (war ein ziemlich merkwürdiges Gefühl, mit tausenden Dollars in der Tasche durch die Gegen zu fahren). Nach zwei weiteren Stunden war der Kaufvertrag fertig, das Auto gewaschen und wir konnten los. Ich gebe zu, erst außerhalb der Stadtgrenze von Managua selbst hinterm Steuer gesessen zu haben. In der Zwischenzeit waren mein Pick-Up und ich in San Juan del Sur (45 min entfernter Badeort an der Pazifikküste), in zweimal in Granada, dreimal in Jinotepe auf dem Baugrundstück meiner Organisation und mögen uns immer mehr. Ein Radio mit Schnickschnack inkl. Fernbedienung (bei einer Entfernung von 20 cm zum Radio selbst ausgesprochen sinnvoll&#8230;) habe ich auch einbauen lassen. Und: drei Tage damit verbracht, die Umschreibung des Autos auf meinen Namen, voranzubringen. Leider bisher ohne Erfolg, denn auch nach drei Tagen inkl. TÜV, Abgasuntersuchung (zwei Fahrtstunden entfernt), Zahlung aller Gebühren, etc. fehlt dem guten Herrn von der Verkehrspolizei noch ein Dokument. Amüsantes Detail: seit zwei Jahren gibt es keine Nummernschilder mehr im hiesigen Departamento (Landkreis). Ursache unbekannt. Daher ebenso unbekannt, wann es denn mal wieder welche geben könnte. Man bekommt statt dessen ein Zettelchen, das bescheinigt, dass das Auto angemeldet ist. Ich solle aber am besten das alte Nummernschild dranlassen (anderer Landkreis!), sonst würde ich dauernd von den Kollegen angehalten, riet mir selbiger Herr von der Verkehrspolizei. Und: die Gebühren für´s Nummernschild müssen selbstverständlich unabhängig davon vorschriftsgemäß entrichtet werden. </p>
<p>Gerade ist meine Kleine, meine &#8222;Nena&#8220;, wie ich sie getauft habe (&#8222;Nena&#8220; könnte man wohl -als anerkennendes, etwas prolligen Kosewort von nicaraguanischen Männern zu ihren Freundinnen- mit &#8222;Schnecke&#8220; übersetzen) in Reparatur. Der Öltank-Stöpsel war mit jeder Menge Silikon festgeklebt -was einen Ölwechsel unmöglich macht und außerdem nicht wirklich dicht war. Keine große Sache und ein gutes Nebeneinkommen für den Mechaniker der Organisation, dessen Gehalt nach Abzug zahlreicher Alimentezahlungen nicht mehr wirklich zum Leben reicht. </p>
<p>3. Arbeit: mein Büro wird täglich wohnlicher. Heute morgen habe ich mein Whiteboard aufgehängt und die ersten Bilder. Ich teile es mit Edgar, der für die Projekte des hiesigen Kinderdorfs zuständig ist (also mein lokaler Counterpart ist, um im Fachjargon der Entwicklungszusammenarbeit zu bleiben). Edgar und seine Frau Ana (Sozialarbeiterin des Kinderdorfs) sind meine liebsten Kolleginnen und wie man das auf dem Land zu macht, trifft man sich Sonntags schon mal auf dem Fussball-/ Baseballplatz. Nächste Woche geht´s mit dem Reisen wieder los, ein Kurztrip nach Mexico und El Salvador stehen an. </p>
<p>4. Und sonst: Nicaragua ist immer noch &#8222;mein Nicaragua&#8220;. Eine Sammlung von Gegensätzen, Widersprüchen, kreativem Chaos und Flexibilität (die durchaus auch als Gegenteil von Konsequenz verstanden werden kann). Der Haushalt für das kommenden Jahr wurden verabschiedet, die Ausgaben für Bildung und Gesundheit gesenkt, das Budget fürs Präsidialamt erhöht. Denn die &#8222;Casa del Pueblo&#8220;, der Präsidentensitz, muss renoviert werden. Delikates Detail: der Präsident lebt und arbeitet im &#8222;home office&#8220;, es handelt sich also zufällig um seinen Privatwohnsitz, der auf Staatskosten renoviert und ausgebaut wird. Gestern abend waren wir bei Baseball-Lokalderby Rivas vs. Granada. Der Fanblock aus Rivas war in Bussen angereist. Die Stimmung exzellent. Band, Sprechchöre (Sí se puede! = Yes we can!). Bis zum Schluss Ausgelassenheit. Dabei war die Niederlage haushoch. Wo deutsche Fussballfans in tiefer Trauer versinken würden, fanden die rivensischen Baseballfans, dass der Abend trotz allem gelungen war und präsentierten eine überzeugenden Mischung aus Fatalismus, Selbstironie und Galgenhumor. Ein besonders schöner Homerun der gegnerischen Mannschaft wurde großzügig bejubelt. Ich liebe dieses Land!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/dortje.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/dortje.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/dortje.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/dortje.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/dortje.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/dortje.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/dortje.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/dortje.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/dortje.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/dortje.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/dortje.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/dortje.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/dortje.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/dortje.wordpress.com/83/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=83&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wohnort: Managua</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 16:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dortje</dc:creator>
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		<description><![CDATA[  Gestern bin ich umgezogen. Mit drei Koffern. Nach Managua, Nicaragua. Meine graue Reisetasche, meine rote Reisetasche und mein für 29,90 Euro im türkischen Supermarkt in Hannover erstandener, neuer Riesenkoffer (er trägt in internen Kreisen einen politisch unkorrekten und für diesen Blog leider zu inoffiziellen Namen, der sich auf seine Größe und die Nationalität des [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=78&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> </p>
<p>Gestern bin ich umgezogen. Mit drei Koffern. Nach Managua, Nicaragua. Meine graue Reisetasche, meine rote Reisetasche und mein für 29,90 Euro im türkischen Supermarkt in Hannover erstandener, neuer Riesenkoffer (er trägt in internen Kreisen einen politisch unkorrekten und für diesen Blog leider zu inoffiziellen Namen, der sich auf seine Größe und die Nationalität des Supermarktbesitzers bezieht) ergeben gemeinsam 78 kg Besitz. Irrsinnig viel Reisegepäck, aber im Vergleich zu bisherigen Umzügen unglaublich wenig. Alles ist angekommen, nur eine Shampoo-Flasche ausgelaufen (aber als geübte Reisende war sie selbstverständlich in einer Plastiktüte verstaut), die Koffer sind -noch- intakt. </p>
<p>Zunächst einmal wohne ich bei Kirsten und Bastian, die freundlicherweise bereit sind, eine Wohnzimmer-Ecke als Kofferlager zu opfern. Es beginnt mit dem heutigen Tag aber die Suche nach einem eigenen Wohnsitz. Kleinanzeigen, Kontakte, das schwarze Brett im &#8222;deutschen Club&#8220;. Und ich möchte Auto-Besitzerin werden. Geländegängig, 4Rad-Antrieb, groß und schwer soll er sein. Versprochen: sobald es soweit ist, werde ich die klassischen Bilder ins Netz stellen: mein Haus, mein Auto, mein Kühlschrank, etc. </p>
<p>Bis dahin bin ich genauso gespannt wie ihr.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/dortje.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/dortje.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/dortje.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/dortje.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/dortje.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/dortje.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/dortje.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/dortje.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/dortje.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/dortje.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/dortje.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/dortje.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/dortje.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/dortje.wordpress.com/78/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=78&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Haiti</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 04:04:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Haiti wird mich lange nicht loslassen. Haiti verlangt viel Energie und lässt mich abends todmüde ins Bett fallen. Und Haiti lässt sich nicht in Worte fassen. Deswegen statt Worte ein link zu Alice Smeets Photos. Alice ist eine sehr junge und beeindruckend gute Fotografin aus Belgien, die auch für die Organisation fotografiert, für die ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=68&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Haiti wird mich lange nicht loslassen. Haiti verlangt viel Energie und lässt mich abends todmüde ins Bett fallen. Und Haiti lässt sich nicht in Worte fassen. Deswegen statt Worte ein link zu Alice Smeets Photos. Alice ist eine sehr junge und beeindruckend gute Fotografin aus Belgien, die auch für die Organisation fotografiert, für die ich arbeite. Ich habe sie gestern kennengelernt.   <a title="Hier sind Alices Bilder aus Haiti" href="http://www.alicesmeets.com/documentary.html">www.alicesmeets.com</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/dortje.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/dortje.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/dortje.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/dortje.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/dortje.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/dortje.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/dortje.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/dortje.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/dortje.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/dortje.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/dortje.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/dortje.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/dortje.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/dortje.wordpress.com/68/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=dortje.wordpress.com&amp;blog=3331392&amp;post=68&amp;subd=dortje&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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